Russische Superyacht auf Palmas Mole – Bergung nach zwei Wochen


 
 
 

Eigentlich sollte die Crew des Zweimasters “Sila Sibiri” mitten in der Vorbereitung sein, zweimal die Welt zu umrunden. Der Russe Valery Kokorin, Repräsentant der Stadt Omsk in Sibirien hatte seine 1,6 Millionen Euro teure 32 Meter Yacht für eine Expedition zur Verfügung gestellt, die den 200. Jahrestages der Entdeckung der Antarktis im Jahr 2020 feiern sollte. 1820 umsegelte der russische Seefahrer Fabian Gottlieb von Bellingshausen die Antarktis.

Die “Sila Sibiri” sollte die Welt auf den Spuren des Entdeckers im Eismeer gleich zweimal umsegeln wenn auch unter etwas angenehmeren Bedingungen auf dem Schiff als früher. Schließlich weist das 2011 in der Türkei gebaute Ron Holland Design Kajüten für zehn Gäste und eine vierköpfige Crew auf.

Aber nun ist die Ketsch nicht weiter als bis nach Mallorca gekommen. Sie wurde in einem Sturm auf die Promenade von Palma geworfen. An Bord befanden sich zwei Personen, die sich unverletzt retten konnten.

Probleme beim Manövrieren

Die genauen Umstände der Strandung sind unklar, aber offenbar passierte das Unglück nach Problemen beim Manövrieren. Der ausgebrachte Anker hielt nicht, und schließlich trieb die Yacht auf die Steine.

Ein Versuch, das Schiff schnell zu bergen wurde abgebrochen. Die hohen Brecher bereiteten Probleme und schließlich bestand die Gefahr des Sinkens, nachdem die Yacht leck geschlagen war. Gut zwei Wochen lang rieb sie sich auf den Steinen wund. Nun hat die Firma Shore Marin in Palma die Bergung übernommen. Das Rigg wurde entfernt, die Lecks verschlossen und das Schiff in den Hafen geschleppt.

Die Antarktis-Expedition wird wohl eher nicht stattfinden. Es ist aber selbst ohne den Unfall auch fraglich, ob der Plan realisiert worden wäre. Denn inzwischen wurde bekannt, dass die Finanzierung längst nicht gedeckt war. “Sila Sibiri” befand sich im Mittelmeer und Mallorca, um bei potenziellen Investoren Gelder einzusammeln. Einheimische Medien berichten, dass noch 1,5 Millionen Euro fehlten, um den Törn zu finanzieren.