18-Meter-Boot versinkt bei Rheinau und reißt Yacht mit sich

36 Feuerwehrleute waren vor Ort
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Großeinsatz der Feuerwehr Rheinau am Sonntagmorgen beim Yachthafen gegenüber der Bootswerft Karcher am Rhein. Ein 18 Meter langes Boot war komplett gesunken – nur noch die Galionsfigur, eine alte Oma, schaute aus dem Wasser heraus.

Das rund zehn Tonnen schwere Stahlboot (Baujahr 1933) hatte bei Rheinau-Freistett außerdem gleich noch eine am gleichen Steg angelegte sechs Meter lange Sportjacht mit sich in die Tiefe gezogen. Die Folge: Rund 15.000 Euro Sachschaden und immense Bergungskosten – Personen kamen aber nicht zu Schaden.

„Das ging ganz schnell.“ – Augenzeuge und Bootsbesitzer

„Wir saßen um 10 Uhr auf unserem Kahn beim Kaffee als ich plötzlich Schiffszeug im Wasser schwimmen sah“, berichtete Ralf Wälde, der nach langem Corona-Verbot endlich das Wochenende auf seinem selbstgebauten Schiff genießen wollte. „Beim rundum schauen sah ich plötzlich ganz hinten am Steg den großen langen Verdränger absaufen.“ „Das ging ganz schnell“, bestätigte ein anderer Bootbesitzer, der schon seit 50 Jahren Boot fährt: „Da muss nur ein kleines Leck gewesen sein, zuerst füllt sich der Rumpf und das Schiff sinkt unbemerkt tiefer, dann steigt der Druck, Wasser dringt über die Toilettenprofile und dann über den Auspuff ein und dann geht es plötzlich ganz schnell – zack ist es weg.“

Die Aufregung am Steg war groß. Da der Zugangssteg mit in die Tiefe gezogen worden war, hob sich der Hauptsteg und bekam Schräglage.

„Die „Sankt Georg“ liegt hier schon seit 30 Jahren, die letzten zehn Jahre wurde sie nicht mehr bewegt“, weiß Hans-Joachim Hartung, erster Vorsitzender des MYC Motoryachtclub Helmlingen, „das andere Boot liegt hier erst seit einigen Tagen, gestern erst war der neue Besitzer erstmals stolz mit ihr ausgelaufen.“

36 Feuerwehrleute vor Ort

Um 11 Uhr ging bei der Feuerwehr der Alarm los. Das Einsatzkommando unter Leitung von Dominik Becker verschaffte sich einen ersten Überblick und die nach und nach eintreffenden 36 Feuerwehrmänner sammelten die verstreuten Dinge auf. Währenddessen wurde das deutsch-französische Bergungsschiff und Feuerlöschboot „Europa 1“ unter dem Einsatzleiter Adrian Scherer mit neun Mann Besatzung und die DLRG Gruppe Achern mit ihren elf Tauchern nachalarmiert.

„Sie werden das havarierte Boot bergen, das gesunkene werden sie wohl nicht heben“, so die erste Einschätzung des stellvertretenden Feuerwehrkommandanten Florian Karl.

Gesunkenes Schiff bleibt vorerst liegen

Nach intensiver Begutachtung und Beratschlagung des Einsatzteams stellte sich die „Europa 1“ parallel zu den Unglücksbooten. Die Taucher lösten die Tampen – die Taue mit denen das Boot am Steg festgemacht war – und das Boot wurde an den Kran gehängt und langsam wieder in die Waagrechte gebracht. Dann konnte das Wasser abgepumpt werden.

Das auf den Grund gesunkene Schiff konnte nicht geborgen werden. Es wurde lediglich gesichert und nun muss der herbeigerufene Bootseigener ein Bergungsschiff mit der Bergung beauftragen. Die Feuerwehr legte noch eine Ölsperre aus, um die austretenden Betriebsstoffe wie Öl und Benzin des untergegangenen Bootes begrenzt zu halten und mit einem Ölabscheider von der Wasseroberfläche aufzunehmen.