Schleusensperrung: Bootscharter-Unternehmer stinksauer

Fürstenberg (MOZ) Das musste ja so kommen, schimpft Fred Bandelow, Unternehmer in Bredereiche. Boote unterschiedlichster Bauart vermietet er an Freizeitkapitäne. Außerdem legen bei ihm in der Saison hunderte Schiffe an, kehren deren Besatzungen in das Bootshaus ein, das komfortable Restaurant direkt am Ufer.

Aber dieses Jahr wird es wohl nichts damit, „zumindest befürchte ich gewaltige Umsatzeinbußen“, erklärt Bandelow. Der Grund ist die Sperrung wichtiger Schleusen in der Region. Nämlich jener in Kannenburg, die zu den Templiner Gewässern führt, und Zaaren, die auf der Havel für den Nord-Süd-Durchlass sorgt, also für die Verbindung der Gewässer-Region Berlin mit mit der Mecklenburgischen Seenplatte.

„Und nun geht fast gar nichts mehr“, ärgert sich Bandelow, der die nächste Hiobsbotschaft unserer Zeitung entnahm: Bombenverdachtspunkte bei Lehnitz, die zur Sperrung der Havel voraussichtlich bis Mitte Juni führen werden.

Guter Rat sei nun sehr teuer, meint der Unternehmer, der bei seiner Bootsvermietung Einbußen von bis zu 90 Prozent befürchtet. „Aber auch die Anzahl der Gäste im Bootshaus wird stark zurückgehen“, so der Berliner, der in den 90er-Jahren das Idyll an der Havel schuf. Die Konsequenz daraus werde sein, dass er Saisonarbeitskräfte nicht beschäftigen könne.

Einbußen werden nach Bandelows Überzeugung auch Einzelhändler wie Marco Würner am Dorfplatz in Bredereiche zu verzeichnen haben, bei dem im Sommer häufig Bootstouristen einkaufen, ebenso Undines Eisdiele. Die gesamte Infrastruktur für Wassersport-Urlauber werde in der Region zusammenbrechen, mutmaßt er.

„Aber es gibt Anbieter, die noch schlimmer dran sind“, fügt Bandelow hinzu. So verfüge die Aquare Charter GmbH über etwa 100 Bungalowboote, sogenannte Bunbos, die während der Saison in Lychen stationiert seien. Um sie vom Potsdamer Winterquartier dorthin zu schaffen, musste das Unternehmen die Boote über Elbe, Elde und Müritz nach Lychen transportieren. Ein Umweg von mehr als 200 Kilometern…

Zahlen und Fakten

Die Sperrung der Schleuse Zaaren soll bis 1. August dieses Jahres andauern. Die Schleuse in Kannenburg ist seit Dezember 2017 dicht. Wann das Bauwerk wieder öffnet, ist unklar.

Voraussichtlich im Herbst dieses Jahres wird die westlich von Fürstenberg befindliche Schleuse Steinhavelmühle saniert – Bauzeit (mit Unterbrechungen) insgesamt fünf Jahre